Erinnerungs-Hausmuseum von Leonid Sobinow

Foto der L.W.Sobinow-Gedenkstätte. Ansicht von der Sobinowstraße.

1995 wurde in Jaroslawl die erste und die einzigartige in Rußland Sobinow-Gedenkstätte im Haus von Leonid Witaljewitsch Sobinow eröffnet, wo die Materialien über das Leben und das Schaffen eines der hervorragenden Vertreter der russischen musikalischen Kultur Ende des 19. - Anfang des 20.Jahrhunderts monografisch vollständig präsentiert sind.


Leonid Sobinow Leonid Sobinow und Fjodor Schaljapin, die durch das musikalische Schicksal verbunden waren, ihre glänzende Kunst bildeten die ganze Epoche in der Geschichte nicht nur des russischen sonder auch des Weltoperntheaters. Die Sobinow-Sammlung wurde von den Kunsthistorikerinnen, von den Fachleuten des historisch-arhitekonischen Museum-Reservats zu Jaroslawl gesammelt, aber ihre Komplettierung und Vervollständigung wären ohne Teilnahme der Familie des Sängers unmöglich. Viele Dokumente und Memoiren waren von seiner - Frau Nina Iwanowna, übergeben, und nach ihrem Tod nahm die Sorgen für die Vervollständigung der Sammlung die Tochter Swetlana Leonidowna Sobinowa-Kassil - Swetlana Leonidowna Sobinowa-Kassil auf sich. Viele wertvolle Materialien haben die Sammlung dank der Anstrengungen der Sammler W.A.Lepeschkin aus Jaroslawl und W.P.Prochorow aus S-Petersburg bereichert. Heutzutage ist diese Sammlung des Kulturerbes von Sobinow die größte im Lande. Sie hat keine Konkurrentz nach der Zusammensetzung und nach der Qualität der einzigartigen Exponate, die im Museum aufbewahrt und ausgestellt werden. Das sind

L.W.Sobinow, A.W.Neshdanowa und K.S.Stanislawskij am Tag der Überreichung ihnen der Orden des Roten Banners. 1923. Die Materialien der Museumexposition geben den Kontext der Epoche "des russischen Silberjahrhunderts" wieder, wo Leonid Sobinow im Gestirn der glänzenden Meister der russischen Kultur seinen verdienten Platz einninmt. Er war durch das Leben und durch das Schaffen mit K.Stanislawskij, F. Schaljapin, S.Rachmaninow, S.Kusewitzkij, A.Neshdanowa und mit vielen anderen verbunden.
Die Familie Sobinow. Der Vater des Sängers Witalij Wassiljewitsch Sobinow sitzt am Tisch. Leonid Sobinow wurde am 26.Mai 1872 in Jaroslawl in einer nicht reichen kleinbürgerischen Familie geboren. Hier in diesem Elternhaus ist er aufgewachsen, hier bekam er seine erste Lebenslehre. Er erinnerte sich oft an glückliche sorglose Tage seiner Kindheit, an seine zärtliche Mutter, die so früh gestorben war. Nach dem Tode seines Vaters 1912 kaufte Leonid bei seinen Geschwistern ihre Erbteile ab und bestellte ein Umbauprojekt des Hauses. Das Haus sollte wie in der Zeit seiner Kindheit aussehen. Aber die Pläne und Hoffnungen von Leonid scheiterten an der Revolution. Es sollten 80 Jahre vergangen sein, bis das Haus wieder zum Sobinow-Haus geworden ist.
Moskau. Imperatorskij Bolschoj Theater. Die Karriere von Leonid Sobinow begann 1898, als er ins Imperatorskij Bolschoj Theater kam. Er hatte schon das Studium an der Juraabteilung der Moskauer Universität und das Studium in der Philarmonieschule hinter sich. Er war nicht überzeugt, daß er eine richtige Lebensauswahl getroffen hatte. Sein Naturtalent und 5 Jahre der beharrlichen Arbeit erlaubten ihm einen besonderen Platz auf der russischen Opernbühne zu gewinnen. Er wurde von den Zeitgenossen ersten Tenor Rußlands und von den Kritikern Orpheus der russischen Bühne genannt. Er war der größte Meister bel canto und hatte als Vokalist alle seinen Vorgänger auf der russischen Opernbühne übertroffen. Er stand in einer Reihe mit den bekanntesten europäischen Sängern.

L.W.Sobinow als Lenskij in der Oper von P.I.Tschaikowskij "Eugen Onegin". 30-er Jahre. L.W.Sobinow als Werther in der Oper "Werther" von J. Massenet. L.W.Sobinow als Lohengrin in der Oper "Lohengrin" von R.Wagner. L.W.Sobinow als Romeo in der Oper "Romeo und Julia" von Ch. Gounod. L.W.Sobinow als Chevalier des Grieux in der Oper "Manon Lescaut" von J. Massenet.
Die Zuschauer behalten ihm im Gedächtnis als den besten Sänger in der
horen Sie zur Schallplatte Lenskij-Partie (die Oper "Eugen Onegin" von P.Tschaikowskij).
horen Sie zur Schallplatte Er war einer der besten Sänger in der Partie von Werther in der gleichnahmigen Oper von J. Massenet,
horen Sie zur Schallplatte in der Lohengrin-Partie (die Oper von R.Wagner).
Er war ein wunderbarer Romeo (die Oper "Romeo und Julia" von Gounod),
Chevalier des Grieux (die Oper "Manon Lescaut" von Massenet).
Insgesamt sang Sobinow in 42 Opern und nie erlebte er einen Mißerfolg, welchen die Sänger "einen Durchfall" nennen.

L.W.Sobinow als Ernesto in der Oper "Don Pasquale" von G.Donizetti. 1904.

Der erste ausländische Auftritt vo Sobinow fand 1904 in der Oper "Don Pasquale" von Donizetti auf der Bühne des weltbekanten Theaters La Scala.

Das Theater La Scala. Mailand. Italien.

Er konnte verschiedene Gesangschulen verbinden und in erster Linie die italienische Schule bel canto mit den Traditionen der russischen realistischen Kunst. Im Laufen von 10 Jahren war Leonid Sobinow auf den besten Opern-bühnen der Welt gern gesehen. Die Zuschauer klatschten ihm Beifall im

Die sogenannten "Symphonische Saisons von S. Kusewitzkij" 1907-1908 in London und in Berlin waren in Europa sehr bekannt. Daran nahmen F.Schaljapin und L.Sobinow teil. Leonid Sobinow sang auch in Berlin im Kgl.Schauspielhaus vor dem Kaiser Wilhelm. Unter anderen Musikwerken wurde auch "Adelaide" von L.Beethoven auf deutsch vorgetragen, eines der Lieblingswekre. Aber die erste Weltkrieg 1914 unterbrach die Triumphauftritte von Sobinow und der anderen russischen Sänger in europäischen Theatern.

Berlin. Kgl. Schauspielhaus.

Leonid Sobinow war laut Zeugnis der Zeitgenossen ein bezauberender und charmanter Mann. Er wurde von vielen geliebt und liebte selbst.

L.W.Sobinow mit Marija Fjodorowna Karshawina (mit seiner ersten Frau). 1893.

Seine erste Ehe war sehr früh geschlossen. Er heiratete 1883 seine Mitschülerin der Philarmonieschule Maria Fjodorowna Karshawina. Sie waren beide Studenten. 1886 wurde sein Sohn Boris geboren, 1897 wurde noch ein Sohn Juri zur Welt gebracht. Obwohl seine erste Ehe früh auseinanderging, liebte Leonid Witaljewitsch seine Söhne sehr und pflegte immer die Verbindung zu ihnen.

L.W.Sobinow mit dne Söhnen. 1898.
Porträt von N.I.Sobinowa.

Seine zweite Frau war Nina Iwanowna, geborene Muchina, die Kusine der bekannten sowjetischen Bildhauerin Wera Muchina, die die Kultskulptur "Arbeiter und Bäuerin" geschaffen hat. Das war für Sobinow eine sehr glückliche Ehe. Viele Ereignisse und Aspekte des Lebens von L.Sobinow und seiner Familienangehörigen wurden vor kurzem, während der Museumseinrichtung bekannt und sie wurden zum ersten Mal in der Exposition dargestellt.

N.I.Sobinowa mit der Tochter Swetlana. 1923.

Unvollendetes Porträt von Boris Sobinow (des Sohnes von L.W.Sobinow). 1910. Von Juri Sobinow gemalt. Leinwand. Boris Sobinow. 1931. Porträt von B.L.Sobinow des ältesten Sohnes von L.W.Sobinow. 1956.

Das betrifft in erster Linie das tragische Schicksal seiner beiden Söhne Boris und Juri. Beide hatten eine musikalische Ausbildung, sie beschäftigten sich mit der Malerei und mit der Literatur. Juri hatte eine wunderbare Stimme. Außerdem haben die Jungen eine militärische Ausbildung bekommen. Als der Bürgerkrieg ausbrach, kämpften beide in der Weisarmee, weil sie dem Fahneneid und ihren Ehre- und Pflichtvorstellungen treu waren. Juri ist 1920 vor Wunden gestorben und Boris emigrierte 1920 nach Deutschland. Dieses Land wurde zu seiner zweiten Heimat.

Juri Sobinow. 1915.

In Berlin beendete er die Kunsthochschule und wurde Lehrer, Professor, Komponist.

1945 wurde Boris von NKWD aus der amerikanischen Zone entführt und in die UdSSR gebracht, wo er 10 Jahre in Lagern verbrachte. Boris wurde 1955 befreit und in einem Jahr danach starb er. Vermutlich ist das Familienarchiv von Boris Sobinow in Berlin nicht erhaltengeblieben. Zum Glück wurden seine Handschrifte der Vokal- und Klaviermusikwerke, die er in Berlin in den 30-er Jahren komponiert hatte, von Nina Iwanowna und Swetlana Leonidowna aufgehoben und später dem Museum übergeben. In Rußland ist Komponist Boris Sobinow unbekannt, weil seine Musik hier noch nicht vorgetragen worden ist. Das steht uns noch bevor. Man hörte diese Musik in Finnland, Polen, Frankreich, Deutschland, wo auch die Schriftstücke und andere Dokumente erhaltenbleiben konnten.

Wir würden uns auf jegliche Information, welche die wenig bekannte Emigrationsperiode von Boris Sobinow ins Licht rückt freuen. Kontaktadresse ist mp@yarmp.yar.ru


Das glänzende Leben von Leonid Sobinow als "Auserwählten", als "Liebling des Publikums" ist noch ein Sowjetmythus. Die Revolution zerstörte das Leben des riesengroßen Landes, sie mischte sich auch ins Leben der Familie Sobinow. Erst heute erfahren wir dramatische Lebensumstände von Leonid Sobinow und seiner Familienangehörigen. Im Lebenslauf des Sängers und in der Geschichte seiner Familie bleiben bis heute unbekannte Seiten.

Das 35 Jubiläum von L.W.Sobinow. Moskau. Bolschoj Theater. 1933.

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir von unseren Kollegen, von den Fachleuten und Amateuren, die sich mit der Geschichte der russischen Musikkunst Ende des 19. - Anfang des 20.Jahrhunderts beschäftigen und sich für das Schicksal von L.Sobinow interessieren, für uns nötige Informationen bekommen könnten. Schicken Sie bitte email zu mp@yarmp.yar.ru